Kompressorölrücklauf auf zwei Wegen

Es gibt zwei Arten der Kompressorölrückführung: die eine ist die Ölrückführung über den Ölabscheider, die andere die Ölrückführung über die Rücklaufleitung.

 

Ein im Kompressorabgasrohr installierter Ölabscheider kann im Allgemeinen 50-95 % des Betriebsöls abscheiden, die Rückführung ins Öl ist gut und schnell, wodurch die Menge an Öl, die in die Systemleitung gelangt, erheblich reduziert und somit die Betriebszeit ohne Ölrückführung effektiv verlängert wird.

 

Bei Kälteanlagen mit besonders langen Rohrleitungen, wie z. B. Kühlhäusern, Flüssigeisanlagen und Gefriertrocknungsanlagen für sehr niedrige Temperaturen, ist es nicht ungewöhnlich, dass nach dem Anlauf über zehn oder sogar Dutzende Minuten hinweg nur noch sehr wenig Öl zurückfließt. Bei schlecht konstruierten Systemen kann dies zu einem zu niedrigen Öldruck im Kompressor und damit zum Abschalten führen. Der Einbau eines hocheffizienten Ölabscheiders in solche Kälteanlagen kann die Zeit, in der der Kompressor ohne Ölrücklauf läuft, erheblich verlängern, sodass der Kompressor die kritische Phase des Ölrücklaufs nach dem Anlauf sicher übersteht. Das nicht abgeschiedene Schmieröl gelangt in das System und zirkuliert mit dem Kältemittel in den Rohrleitungen, wodurch ein Ölkreislauf entsteht. Das Schmieröl gelangt in den Verdampfer.

 

Einerseits ist die Löslichkeit bei niedrigen Temperaturen gering, wodurch sich ein Teil des Schmieröls vom Kältemittel abscheidet. Andererseits ist die Viskosität bei niedrigen Temperaturen niedrig, sodass das abscheidende Schmieröl leicht an der Rohrinnenwand anhaftet und der Durchfluss erschwert wird. Je niedriger die Verdampfungstemperatur, desto schwieriger ist die Rückführung des Öls. Daher müssen die Verdampfungs- und Rückluftleitungen so konstruiert sein, dass die Ölrückführung begünstigt wird. Üblicherweise wird hierfür eine absteigende Rohrleitungsführung verwendet, um eine hohe Luftgeschwindigkeit zu gewährleisten.


Veröffentlichungsdatum: 10. Januar 2024